FAQ: Bandscheibenvorfall und ergonomisches Sitzen
Was ist ein Bandscheibenvorfall?
Ein Bandscheibenvorfall entsteht, wenn das weiche Innere der Bandscheibe – der sogenannte Gallertkern – durch kleine Risse im äußeren Faserring nach außen tritt. Drückt dieses ausgetretene Gewebe auf umliegende Nerven oder sogar auf das Rückenmark, kann das starke Rückenschmerzen, Taubheitsgefühle oder neurologische Ausfälle wie Kribbeln oder Muskelschwäche verursachen.
Wie entstehen Bandscheibenvorfälle und welche Symptome treten auf?
Häufige Ursachen sind Abnutzungserscheinungen, Bewegungsmangel und Fehlbelastungen, aber auch Übergewicht und Rauchen erhöhen das Risiko. Bandscheibenvorfälle können akut durch eine ungeschickte Bewegung oder schleichend entstehen. Typische Symptome eines Bandscheibenvorfalls sind:
- Rückenschmerzen, oft mit Ausstrahlung in Arm oder Bein
- Missempfindungen wie Kribbeln oder Taubheit
- In schweren Fällen Muskelschwäche oder Funktionsstörungen von Blase und Darm
Bandscheibenvorfälle: Welche Arten gibt es?
Die Unterscheidung erfolgt nach Lage, Richtung und Ausmaß:
- Lokalisation: Lendenwirbelsäule (etwa 90%), seltener in der Halswirbelsäule (ca. 8%) oder im Brustbereich (2%)
- Richtung: Zentral (medial), mediolateral(schräg nach hinten seitlich) oder seitlich (lateral)
- Schweregrad: Von der leichten Vorwölbung (Protrusion) bis zum vollständigen Austritt (Sequester) oder Massenprolaps (großer Anteil der Bandscheibe tritt aus)
Je nach Ausprägung reichen die Symptome von leichten Einschränkungen bis hin zu starken Schmerzen und Lähmungserscheinungen.
Sind die Unterschiede rein lokal oder auch in der Schwere?
Beides ist bedeutsam. Die jeweiligen Beschwerden richten sich nach dem betroffenen Wirbelsäulenabschnitt und den gereizten Nerven. Ein massiver Vorfall kann zu erheblichen Funktionsausfällen bis hin zu Notfallsituationen führen, etwa bei Störungen von Blase oder Darm.
Welche Sitzposition empfiehlt sich bei Bandscheibenvorfall?
Eine aufrechte, dennoch entspannte Sitzhaltung ist ideal:
- Das Becken leicht nach vorne gekippt, um die natürliche Wirbelsäulenkrümmung zu unterstützen
- Füße vollständig auf dem Boden, Knie und Hüfte jeweils im offenen Winkel
- Der Rücken sollte in Kontakt mit der Lehne sein, für eine gleichmäßige Abstützung
- Regelmäßige Haltungswechsel und kurze Bewegungseinheiten, wann immer möglich
Worauf sollte man beim Sitzen achten – und was gilt es zu vermeiden?
- Keine dauerhaft gebeugte oder verdrehte Haltung
- Sitzhöhe so eingestellt, dass die Oberschenkel leicht nach unten abfallen
- Rund-Rücken und das „Hängen“ im Stuhl vermeiden
- Beim Aufstehen und Hinsetzen mit geradem Rücken arbeiten
- Langes Verharren in einer Position möglichst unterbrechen
Wie sollte ein ergonomischer Bürostuhl beschaffen sein? Welche Merkmale sind entscheidend?
Ein überzeugender ergonomischer Stuhl hat folgende Eigenschaften:
Element |
Zweck |
Höhenverstellbare Sitzfläche |
Anpassung auf individuelle Körpergröße |
Lordosenstütze |
Entlastung des unteren Rückens |
Armlehnen |
Unterstützung für Schulter- und Nackenbereich |
Synchronmechanik |
Förderung dynamischen Sitzverhaltens |
Kopf- und Nackenstütze |
Entlastung der oberen Wirbelsäule |
Flexible Rückenlehne |
Angepasste Unterstützung in jeder Position |
Harter oder weicher Sitz – was ist vorzuziehen?
Weder eine zu harte noch eine zu weiche Sitzfläche ist empfehlenswert. Optimal ist eine feste, aber nachgiebige Polsterung, die das Becken stützt und zugleich punktelastisch bleibt. Das fördert eine stabile Sitzhaltung, ohne Druckstellen zu verursachen oder ein Einsinken zu begünstigen. Es gilt: Komfort und ergonomische Unterstützung müssen sich sinnvoll ergänzen.
Mit einem so gestalteten Sitzumfeld unterstützen Sie Ihre Rückengesundheit – in Prävention und Alltag gleichermaßen. Auf ständige Bewegung und achtsame Sitzgewohnheiten sollte dennoch nicht verzichtet werden.